KFV Verband Allgemein (937)
Schiffshavarie auf dem Main Einsatzkräfte simulierten Großeinsatz, um die Kommunikation zu verbessern
geschrieben von FledererSCHONUNGEN – Eine Trockenübung war es nicht ganz - eher halbtrocken. Bei der alljährlichen Funkübung der Katastrophenschutzbehörde des Landkreises in Schonungen sind die Einsatzkräfte zwar mit Blaulicht angerückt, doch die "Katastrophe" selbst gab es nur auf dem Reißbrett. Die Übung dient dazu, die Kommunikation und Koordination bei Großeinsätzen zu verbessern.
Es war ein Schreckenszenario großen Ausmaßes: Geprobt wurde der Ernstfall einer Schiffskollision auf dem Main zwischen einem Fahrgastschiff mit etwa 250 Personen an Bord und einem Tankschiff, das im Frachtraum 2000 Liter Heizöl geladen hatte. Dabei gestaltete sich die Situation zunächst recht unübersichtlich: Anrufer melden über den Polizeinotruf, dass Heizöl auf dem Wasser schwimmt und Menschen regungslos im Wasser treiben. Um halb Neun.
Während der Katastrophenalarm ausgerufen und das zuständige Ministerium informiert wird, hat die Feuerwehr zwei Ölsperren errichtet, unter anderem auch in Schweinfurt. Spezialgerät, Taucher, Erkundungs- und Löschfahrzeuge waren im Einsatz, insgesamt 29 Rettungswagen mit etwa 60 Kräften. Auch ein Rettungsboot der Feuerwehr Haßfurt ist herbeigerufen worden, da das Motorboot der Schonunger Wehr immer noch wegen Motorschaden nicht einsatzfähig ist, wie Kommandant Hermann Doile bedauerte.
Fachdienste gefragt
Der Lagebericht lässt keine Zweifel offen: Hier sind alle Fachdienste des Katastrophenschutzes gefragt. So versuchen Feuerwehrdienstleistende aus Gerolzhofen, Schonungen, Mainberg, Grafenrheinfeld, Bergrheinfeld, Werneck und Geldersheim zusammen mit dem THW Gerolzhofen die Lage an den Schiffen und den Ölteppich auf dem Main unter Kontrolle zu bekommen. Geführt werden sie, wie der gesamte Einsatz, von Kreisbrandinspektor Peter Höhn. Der Sanitäts- und Betreuungsdienst aus den Schnelleinsatzgruppen des Roten Kreuzes unter Leitung von Jürgen Lindemann, die Retter der Wasserwacht Schweinfurt und der DLRG aus Gochsheim, Werneck und Schonungen haben die Aufgabe, Verletzte und Betroffene zu versorgen. Zusätzlich unterstützen die Wasserretter die technische Hilfe auf dem Main mit den weiteren Rettungsbooten. Eine moderne Sanitätseinsatzleitung des BRK koordiniert den Einsatz.
Die reibungslose Funkkommunikation stellt die Einheiten des Katastrophenschutzes schnell vor Probleme. Gerade wenn viele Funksprüche gleichzeitig abgesetzt werden müssen - etwa zur Mitteilung von neuen Lagebildern der Einsatzstelle oder zur Nachforderung von weiteren Kräften - stoßen die Möglichkeiten des Einsatzstellenfunks schnell an Grenzen, erklärt Lindemann, der zusammen mit Tobias Heath dieses fiktive Übungsszenario entwickelt hat. In diesen Fällen seien klare, knappe und disziplinierte Funksprüche unerlässlich.
Dieser Gedanke sei Grund genug für den Landkreis Schweinfurt, jährlich eine Funkübung für den Katastrophenschutz abzuhalten, so Roland Rost vom Katastrophenschutz des Landratsamts. Dabei sollen alle durch den Freistaat mitfinanzierten Einheiten die Abwicklung eines Einsatzes über Funk proben.
Das Einsatzgeschehen, das bei einer realen Katastrophe nicht in zweieinhalb Stunden zu erledigen wäre, wird geordnet abgearbeitet. Auch zusätzliche Szenarien wie der Unfall eines Radfahrers auf dem Radweg am Main, der Absturz eines Rettungshubschraubers in Schonungen und ein Verkehrsunfall auf den Bahngleisen werden funktechnisch betreut.
Positive Bilanz
Die Übung hat das Ziel, die Helfer zur Nutzung des Funkgeräts zu animieren. Kreisbrandinspektor Höhn und der örtliche Kommandant Hermann Doile zogen bei der Mannschaftsbesprechung ein positives Resümee: "Die Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Rettungskräften hat hervorragend funktioniert. Ein Einsatz unter Realbedingungen sollte kein Problem darstellen."
Übergreifende Krisenmanagementübung TERREX 08 vom 15. bis 17. Juli 2008
geschrieben von FledererDie erfolgreiche Abwehr von Schäden für die Zivilbevölkerung nach Naturkatastrophen oder Großschadensereignissen in Deutschland ist auch Aufgabe und Herausforderung für die Bundeswehr. Sie wird dabei immer nur unterstützend tätig, Katastrophenhilfe ist zunächst eine Aufgabe der zivilen Behörden.
Eine gute und eingespielte „Zivil-Militärische-Zusammenarbeit“ (ZMZ) ist dabei wichtige Voraussetzung für das optimale Zusammenwirken von Truppenteilen der Bundeswehr und zivilen Behörden. Bei der Übung TERREX 08 wird eine großflächige Waldbrandsituation simuliert, daran beteiligt sind zehn Landkreise (u.a. LKr Schweinfurt) und drei Regierungsbezirke in Bayern und Baden-Württemberg. Zum Abschluss der Übung bekämpfen rund 320 Soldaten sowie Angehörige der Feuerwehren München und Wolfratshausen in einer gemeinsamen Vorführung einen simulierten großen Waldbrand in der Fröttmaninger Heide im Norden der Landeshauptstadt.
Ziel der Übung ist es, das Krisenmanagement zum Schutz der Bevölkerung bei Großschadensereignissen zu überprüfen sowie entsprechende Maßnahmen effektiv zu koordinieren. Hierzu müssen militärische Einheiten und zivile Behörden reibungslos miteinander kooperieren.
EPSweb – webbasiertes Einsatz-Protokoll-System
EPSweb wurde von der Bayerischen Polizei entwickelt und wird dort flächendeckend zur Einsatzdokumentation und zur Bewältigung der Arbeit in den Führungsstäben eingesetzt.
EPSweb berücksichtigt die Besonderheiten des Katastrophenschutzes und deckt zukünftig mit seinen Kernfunktionen die Bereiche Kommunikation zwischen verschiedenen Behörden, Organisationen, Kommunikation innerhalb eines Führungsgremiums (z.B. FüGK) und Einsatzdokumentation ab.
Ausgestattet werden sollen die Katastrophenschutzbehörden KVB, die Regierung und das Staatsministerium des Innern, sowie die Unterstützungsgruppe der Örtlichen Einsatzleitung.
BERGRHEINFELD (hof) Zu insgesamt 1010 Einsätzen seien die Landkreisfeuerwehren im vergangenen Jahr alarmiert worden. Dabei hätten die Kräfte 15.079 Einsatzstunden geleistet, erklärte Kreisbrandrat Georg Vollmuth in seinem Bericht.
Als Gastgeber stellte Bürgermeister Peter Neubert die Gemeinde vor. Landrat Harald Leitherer dankte den Bürgermeistern für ihre Bemühungen, den Freiwilligen Feuerwehren die notwendige Ausrüstung zur Verfügung zu stellen. Auch im Landkreis würden die Unfälle auf Autobahnen sowie die Einsätze bei Naturgewalten zunehmen, stellte er fest. Darauf müsse man sich künftig verstärkt einstellen. Bei der integrierten Leitstelle sei man auf einem guten Weg. Wichtig sei es, neue Feuerwehrleute zu gewinnen. Den Jugendwarten dankte er für ihre Tätigkeit.

Ehrungen beim Kreisfeuerwehrtag: Das Bild zeigt (von links) Kreisbrandinspektor Peter Hauke, Bürgermeister Peter Neubert, Ehrenkreisbrandrat Georg Seufert, Landrat Harald Leitherer, Altbürgermeister Bruno Strobel (Waigolshausen), Kreisbrandrat Georg Vollmuth und KBI Peter Höhn.
Foto: Horst Fröhling
Einen Querschnitt durch die Einsätze des vergangenen Jahre gab Kreisbrandrat Georg Vollmuth in seinem Bericht. Bei Sturm "Kyrill" am 18. Januar hätten 30 Feuerwehren ausrücken müssen. Am 21. Juni nach einem Starkregen seien 20 Feuerwehren im Landkreis alarmiert worden. Nach einem Blitzschlag sei am 27.05. ein Wohnhaus in Oberspiesheim getroffen worden. Zwei Wohnhausbrände hätten am 09.01. in Schnackenwerth und am 13.10. in Schwanfeld die Feuerwehren in Atem gehalten. Dazu seien einige schwere Verkehrsunfälle auf Autobahnen und Landstraßen gekommen. Insgesamt sei dies ein ganz normales "Durchschnittsjahr" gewesen.
Kreisjugendwart Horst Klopf berichtete, dass insgesamt 513 Jugendliche am Wissenstest teilgenommen hätten. Höhepunkt sei der Kreisjugendfeuerwehrtag gewesen. Ehrungen verdienter Kreisverbandmitglieder standen an: Altbürgermeister Bruno Strobel (Waigolshausen) wurde für sein Engagement im Kreisfeuerwehrverband (KFV) Schweinfurt, der vor 15 Jahren in Waigolshausen wieder gegründet worden ist, mit der Bayerischen Feuerwehr-Verdienstmedaille ausgezeichnet. Ehrenkreisbrandrat Georg Seufert wurde zum Ehrenvorsitzenden des KFV ernannt.
Über die Struktur und aktuelle Aufgaben des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) informierte Branddirektor Franz Josef Hench (Würzburg). Dabei unterstrich er die Bedeutung der Ortsteilfeuerwehren. Zum Dauerbrenner Digitalfunk bemerkte er, dass zur Zeit nicht geklärt sei, wie künftig digital alarmiert werden kann. Es gebe dafür beispielsweise noch keine Funkmeldeempfänger. Nicht geklärt sei dazu die Verteilung der Betriebskosten. Diskutiert werde auch der Führerschein Klasse B, der für Kfz bis zu 3,5 Tonnen und eine Anhängerlast bis 750 Kilogramm gelte. Hier werde überlegt, dies auf 4,25 Tonnen zu addieren, um so künftige Tragkraftspritzenfahrzeuge fahren zu könne. Ein Mitarbeiter des Gemeindeunfallversicherungsverbands (GUVV) informierte darüber, wie Feuerwehrleute und deren Dienst versichert sind.
Kreisbrandrat Georg Vollmuth gab einige personelle Neuerungen bekannt. Neue Kreisbrandmeister sind Roland Beyfuß (Kaisten), Alexander Bönig (Unterspiesheim) und Matthias Oswald (Niederwerrn, Leiter der Atemschutzwerkstatt). Ausgeschieden sind Manfred Korb, Winfried Seissinger, Eugen Alban und Martin Helbig, für den noch ein Nachfolger gesucht wird. Neue Jugendwartin ist Jessica Kramer (Sennfeld).
Ausrichter des Kreisfeuerwehrtages war die Freiwillige Feuerwehr Bergrheinfeld, die bereits den ersten Kreisfeuerwehrtag vor 40 Jahren ausgerichtet hatte und dieses Jahr ihren 140.Geburtstag feiert - gegründet am 19. März 1868.
Daten und Fakten: Die Feuerwehren im Landkreis Schweinfurt im Jahr 2007
In den 29 Gemeinden gibt es derzeit 119 Freiwillige Feuerwehren, sowie eine Betriebsfeuerwehr und zwei Werksfeuerwehren. Aktuell leisten 5062 Feuerwehrleute Dienst, davon sind 337 weiblich. Weiter gibt es 1086 Jugendfeuerwehrleute, darunter 198 weibliche. Die Zahl der Atemschutzgeräteträger ist auf 784 gestiegen, das sind 71 mehr als im Vorjahr.
Den Leistungsprüfungen unterzogen sich 691 Feuerwehrleute (480 Löschgruppe, 211 Technische Hilfeleistung). Im Ausbildungszentrum nahmen 225 Personen (62 Atemschutzgeräteträger, 20 CSA-Träger, 45 Maschinisten, 19 Funker, 80 Truppführer) an Lehrgängen teil. Weitere Fortbildungen fanden bei örtlichen Wehren statt.
Einsatzverteilung für das Jahr 2007 (2006): Gesamt 1010 (1056) Einsätze, davon Brandeinsätze 206 (223); Technische Hilfeleistung 646 (642); Sicherheitswachen 110 (124); Fehlalarme 48 (67). Im Einsatz waren dabei 10.143 (11.216) Feuerwehrdienstleistende, die zusammen 15.079 (16.292) Einsatzstunden leisteten. Die Notfallseelsorger wurden 49 (65) mal alarmiert.
