Zwei Feuerwehrmänner aus Nordrhein-Westfalen sind am Donnerstagabend im Zusammenhang mit Einsätzen zum Orkan „Kyrill“ verstorben. Ein 39-jähriger Familienvater wurde im Landkreis Viersen von einem umstürzenden Baum erschlagen. Auf dem Weg zu einem Einsatz mussten die Feuerwehrkräfte einen auf der Straße liegenden Baum beseitigen, um weiterfahren zu können. „Eine Windböe wehte einen weiteren Baum um, der den Vater dreier Kinder traf und tödlich verletzte“, berichtet Kreisbrandmeister Klaus-Thomas Riedel. Ein zweites Todesopfer ist im Landkreis Düren zu beklagen: Ein 50-jähriger Feuerwehrmann starb nach einem Sturmeinsatz auf dem Weg nach Hause in seinem Fahrzeug.

„Die Nachricht von den Todesfällen hat uns sehr betroffen gemacht. Wir trauern mit den Familien, Feuerwehren und Freunden der Verstorbenen“, erklären Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und Walter Jonas, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Nordrhein-Westfalen.

Wie groß die Risiken für die überwiegend ehrenamtlichen Kräfte bei den Rettungs- und Bergungseinsätzen im Rahmen des Orkans sein können, zeigte sich unter anderem in Nordrhein-Westfalen: Hier wurden 16 Feuerwehrangehörige verletzt; vier davon schwer. In Klein Timdorf im Kreis Ostholstein (Schleswig-Holstein) erlitt ein Feuerwehrmann Rippenbrüche, als er bei der Beseitigung von Sturmschäden von einem abgebrochenen Ast getroffen wurde. Der Mann wird derzeit in einem Krankenhaus stationär behandelt.

Auf www.FEUERWEHR.de wurde nun eine Kondolenzliste eingerichtet.

Freitag, 19 Januar 2007 00:00

Fazit nach Orkan "Kyrill"

geschrieben von

Noch einmal glimpflich davon gekommen ist der Landkreis Schweinfurt beim Orkan "Kyrill", wenn man das gesamte Schadensausmaß in der Bundesrepublik betrachtet. Das geht zumindest aus einem Bericht des Landratsamtes hervor:

"Aufgrund des Okans Kyrill, der Donnerstag, den 18.01.2007 über den Landkreis Schweinfurt gezogen ist, kam es zu 45 Einsätzen, wobei es meist um das Beseitigen von Bäumen und Ästen auf den Fahrbahnen und um die Beseitigung von Gefahren durch drohende herab fallende Gegenstände wie Ziegel und Reklametafeln ging.
Die Einsätze waren über den gesamten Landkreis Schweinfurt verteilt.

Größerer Schaden war an einem Haus in Wasserlosen zu verzeichnen. Hier war der Giebel eingestürzt. Der Bewohner musste durch den Rettungsdienst mit Schock ins Krankenhaus gefahren werden.
Auf der A71 in Höhe Auffahrt B303 stürzte ein LKW um. Personschaden war nicht zu verzeichnen.

Zum Einsatz kamen 21 Feuerwehren des Landkreises Schweinfurt, Führungsdienstgrade der Kreisbrandinspektion und das THW.
Weiterhin war eine Koordinierungsgruppe in der Katastropheneinsatzleitung tätig. Unterstützung erhielt diese durch die KomFü. Einsatzende dieser Koordinierungsgruppe war 21.30 Uhr."

Anmerkung der Redaktion:
Da Feuerwehren teilweise ohne Rückmeldung an die Einsatzzentrale selbstständig Einsatzstellen im Ort abgearbeitet haben, dürfte die tatsächliche Einsatzahl bei ca. 55 bis 60 liegen.



Schäuble dankt Einsatzkräften: Katastrophenschutz gut aufgestellt

Berlin (dpa) - Der Einsatz der Rettungs- und Hilfskräfte während des Orkans "Kyrill" hat nach Einschätzung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) gezeigt, dass der Katastrophenschutz in Deutschland gut aufgestellt ist. "In Verbindung mit den exakten Wetterprognosen hat das deutsche Notfallsystem seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt", sagte Schäuble am Freitag in Berlin und dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Helfern. "Dieses Engagement ist unbezahlbar." Schäuble würdigte auch den Beitrag der Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter freigestellt hätten. Ohne das ehrenamtliche Engagement würde das Katastrophenschutzsystem nicht funktionieren.

Bundesweit waren die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk (THW) und Rettungsdiensten im Einsatz.

LANDKREIS SCHWEINFURT – Das Amt für Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt beabsichtigt, im Jahr 2007 kostenlose Motorsägen-Lehrgänge für die Feuerwehren des Landkreises Schweinfurt durchzuführen. Um die vorhandenen Schulungskapazitäten optimal nutzen zu können, benötigt das Landratsamt Schweinfurt deshalb einige Daten der Feuerwehren zur Ausstattung mit Motorsägen und zur Anzahl bereits im Umgang mit Motorsägen geschulter Feuerwehrleute.

Deshalb werden alle Feuerwehren gebeten, das Rückmeldeformular, das allen Kommandanten auch mit der Weihnachtspost des Landratsamtes zugeht, bis spätestens Freitag, 12. Januar 2007 an das Landratsamt zurückzuschicken.

Seite 230 von 312