Regen und Tauwetter nach Schneechaos

158 Einsatzkräfte aus Unterfranken halfen beim Dächerräumen – Kritik an Einsatzleitung

München/Würzburg (lby/geha) Anhaltende Regenfälle und Tauwetter haben am Donnerstag in Bayern Flüsse über die Ufer treten lassen und Überschwemmungen von Straßen, Kellern und Höfen verursacht. Vor allem in Oberbayern und Schwaben musste die Feuerwehr häufig ausrücken.

"Es regnet viel und der ganze Schnee taut weg, das Wasser kann aber nicht ablaufen. Deshalb haben wir viel zu tun", sagte ein Polizeisprecher in Fürstenfeldbruck. Nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes stiegen insbesondere im Donaugebiet und in Nordbayern die Pegel der Flüsse zeitweise stark an. Am Nachmittag habe sich die Lage zwar vielerorts wieder entspannt, doch gerade an den Unterläufen sei weiter mit steigenden Pegeln zu rechnen.

Zu starken Verkehrsbehinderungen durch überflutete Straßen kam es in den oberbayerischen Landkreisen Landsberg am Lech, Dachau und Fürstenfeldbruck, teilte die Polizei mit. Ein Schlammabgang an der Bahnstrecke zwischen Geltendorf und Buchloe verursachte massive Störungen des Zugverkehrs zwischen München und dem Allgäu. Mehr als 50 Züge wurden über Augsburg umgeleitet oder fielen aus.

Unterdessen hat sich die Lage in den vom Schneechaos betroffenen Gebieten Ostbayerns weiter entspannt. Dazu trugen 158 Einsatzkräfte aus Unterfranken unter Leitung der Berufsfeuerwehr Würzburg bei. Sie waren am Dienstagabend vom Lagezentrums des bayerischen Staatsministeriums angefordert worden und hatten sich noch in der Nacht auf den Weg in den Bayerischen Wald gemacht. Unter Zuhilfenahme von Drehleitern und Spezialisten der Höhensicherung aus Würzburg und Aschaffenburg räumten sie den bis zu 1,50 Meter hohen Schnee von den Dächern. Dabei verletzte sich ein Feuerwehrmann aus Hammelburg, als er durch ein Glasdach fiel.

Kritik an der Einsatzleitung äußerte der Kommandant der Feuerwehr Bastheim (Lkr. Rhön-Grabfeld), Michael Zimmer. Seinen Angaben zufolge hatte die Regierung von Unterfranken einen dreitägigen Einsatz anberaumt. Umso überraschter seien er und seine Leute gewesen, dass die Einsatzleitung am Mittwochabend einen Abbruch des Einsatzes verfügte. Und das, obwohl Bürgermeister und Feuerwehrleute aus Langdorf (Lkr. Regen), die nach achttägigen Dauereinsatz "am Rande der körperlichen Belastung angelangt" waren, sie um weitere Mithilfe gebeten hatten und noch einige Dächer zu räumen gewesen wären. Zimmer spricht von "behördlichem Irrsinn".

Im Landkreis Regen waren nach Behördenangaben am Donnerstag noch einmal rund 850 Helfer damit beschäftigt, verschneite Dächer von der tonnenschweren Last zu befreien. Allerdings sollte auch dort der Katastrophenalarm nach Ende der Arbeiten am Donnerstagabend aufgehoben werden.

Auf dem Main-Donau-Kanal dürfen nach gut dreiwöchiger Zwangspause wieder die ersten Schiffe fahren. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg gibt den Verkehr zwischen Bamberg und dem Hafen Nürnberg sowie zwischen Dietfurt und Kelheim von diesem Freitag an mit Einschränkungen frei.

 

(Quelle: Main-Post vom 17.03.2006)

Regen und Tauwetter nach Schneechaos

158 Einsatzkräfte aus Unterfranken halfen beim Dächerräumen – Kritik an Einsatzleitung

München/Würzburg (lby/geha) Anhaltende Regenfälle und Tauwetter haben am Donnerstag in Bayern Flüsse über die Ufer treten lassen und Überschwemmungen von Straßen, Kellern und Höfen verursacht. Vor allem in Oberbayern und Schwaben musste die Feuerwehr häufig ausrücken.

"Es regnet viel und der ganze Schnee taut weg, das Wasser kann aber nicht ablaufen. Deshalb haben wir viel zu tun", sagte ein Polizeisprecher in Fürstenfeldbruck. Nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes stiegen insbesondere im Donaugebiet und in Nordbayern die Pegel der Flüsse zeitweise stark an. Am Nachmittag habe sich die Lage zwar vielerorts wieder entspannt, doch gerade an den Unterläufen sei weiter mit steigenden Pegeln zu rechnen.

Zu starken Verkehrsbehinderungen durch überflutete Straßen kam es in den oberbayerischen Landkreisen Landsberg am Lech, Dachau und Fürstenfeldbruck, teilte die Polizei mit. Ein Schlammabgang an der Bahnstrecke zwischen Geltendorf und Buchloe verursachte massive Störungen des Zugverkehrs zwischen München und dem Allgäu. Mehr als 50 Züge wurden über Augsburg umgeleitet oder fielen aus.

Unterdessen hat sich die Lage in den vom Schneechaos betroffenen Gebieten Ostbayerns weiter entspannt. Dazu trugen 158 Einsatzkräfte aus Unterfranken unter Leitung der Berufsfeuerwehr Würzburg bei. Sie waren am Dienstagabend vom Lagezentrums des bayerischen Staatsministeriums angefordert worden und hatten sich noch in der Nacht auf den Weg in den Bayerischen Wald gemacht. Unter Zuhilfenahme von Drehleitern und Spezialisten der Höhensicherung aus Würzburg und Aschaffenburg räumten sie den bis zu 1,50 Meter hohen Schnee von den Dächern. Dabei verletzte sich ein Feuerwehrmann aus Hammelburg, als er durch ein Glasdach fiel.

Kritik an der Einsatzleitung äußerte der Kommandant der Feuerwehr Bastheim (Lkr. Rhön-Grabfeld), Michael Zimmer. Seinen Angaben zufolge hatte die Regierung von Unterfranken einen dreitägigen Einsatz anberaumt. Umso überraschter seien er und seine Leute gewesen, dass die Einsatzleitung am Mittwochabend einen Abbruch des Einsatzes verfügte. Und das, obwohl Bürgermeister und Feuerwehrleute aus Langdorf (Lkr. Regen), die nach achttägigen Dauereinsatz "am Rande der körperlichen Belastung angelangt" waren, sie um weitere Mithilfe gebeten hatten und noch einige Dächer zu räumen gewesen wären. Zimmer spricht von "behördlichem Irrsinn".

Im Landkreis Regen waren nach Behördenangaben am Donnerstag noch einmal rund 850 Helfer damit beschäftigt, verschneite Dächer von der tonnenschweren Last zu befreien. Allerdings sollte auch dort der Katastrophenalarm nach Ende der Arbeiten am Donnerstagabend aufgehoben werden.

Auf dem Main-Donau-Kanal dürfen nach gut dreiwöchiger Zwangspause wieder die ersten Schiffe fahren. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg gibt den Verkehr zwischen Bamberg und dem Hafen Nürnberg sowie zwischen Dietfurt und Kelheim von diesem Freitag an mit Einschränkungen frei.

Fotos: verschiedene Quellen

Nachdem nun auch in Deutschland erste Fälle des gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 aufgetreten sind, informiert das Bayerische Staatsministerium des Innern alle Feuerwehren:

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund der Nachrichtenmeldungen befürchten einige Feuerwehren, bei Verdachtsfällen auf Vogelgrippe tätig werden zu müssen. Hierzu wird mitgeteilt, dass

  1. keine konkrete Gefährdungslage besteht,
  2. die kommunalen Feuerwehren grundsätzlich nur in Amtshilfe für die Gesundheitsverwaltung tätig werden würden,
  3. die Zuständigkeit für die Festlegung der zu ergreifenden Maßnahmen bei den Gesundheitsbehörden liegt.

Feuerwehren, die aufgrund von Amtshilfeersuchen tätig werden, sollen sich dabei nach den Vorgaben der FwDV 500 richten und die ergänzenden Festlegungen der zuständigen Gesundheitsbehörde beachten (Schutzkleidung, Verhalten, Desinfektion).

Weitere Festlegungen sind derzeit nicht erforderlich, da keine akute Gefährdungslage in Bayern besteht.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Dipl.-Ing. Dolle
Ministerialrat

Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Seite 256 von 312