REGION GEROLZHOFEN – Besonders auf Mountainbikefahrer abgesehen hat es offensichtlich ein Unbekannter, der seit etwa zwei Wochen im Staatswald um Gerolzhofen, an der Waldesruh und bei Michelau, Geusfeld und Oberschwarzach Wurzeln mit Nägeln präpariert oder ganze Holzteile mit abgeschnittenen Nägeln auf Waldwegen und Walkingstrecken vergräbt.

Die Nägel stellen aber auch für alle anderen Waldbesucher eine heimtückische Gefahr dar.

Außerdem legt der Unbekannte große Steine in die Abfahrten, um so Stürze zu provozieren. Die konnten bisher noch verhindert werden. Mindestens zehn Radfahrer hatten aber bereits in der besagten Gegend einen „Platten“ im Wald, ohne dass sie zunächst ahnten, woran es liegt.

Dass Methode dahinter steckt, kam heraus, als sich mehrere Mountainbike-Fahrer auf dem Gerolzhöfer Weinfest über ihr Hobby unterhielten. Rasch stellten sie fest, dass mehrere von ihnen auf der gleichen Strecke plötzlich keine Luft mehr im Reifen hatten und bei diesem kollektiven „Plattenproblem“ nicht der Zufall Regie geführt haben konnte.

Marcus Hantelmann aus Gerolzhofen und Jürgen Fleischmann aus Wiebelsberg machten sich deshalb auf die Suche. Allein auf dem Höhenweg vom Murrleinsnest entlang des „Steinernes Kreuzes“ bis Geusfeld stießen sie auf 35 Nägel, die ein bis zwei Zentimeter aus dem Waldboden herausragten.

Die mit den abgezwickten Nägeln gespickte Strecke ist fast fünf Kilometer lang und verläuft durch mehrere Jagdreviere.

Marcus Hantelmann: „Da steckt kriminelle Energie dahinter. Mal abgesehen vom materiellen Schaden, besteht doch die Gefahr, dass dadurch jemand unter Umständen schwer stürzt.“ Ein Jäger fügt hinzu: „Das kann bei einem Sturz ins Auge oder Gesicht schlimm gehen. Und auch wer kein festes Schuhwerk trägt, kann sich böse verletzen.“

Manfred Bonengel, der Leiter der neugegründeten Mountainbike-Abteilung des FC Gerolzhofen, betont: „Das ist eine Frechheit, die da passiert. Entweder ist der Mann krank oder voller Hass auf uns.“ Bonengel schätzt aufgrund der ihm vorliegenden Hinweise die Zahl der bisherigen Plattfüße noch viel höher ein.

Der „Blödsinn“, den hier jemand ganz gezielt betreibt, ist also gemein- wie lebensgefährlich. „Und vielleicht kommt er ja irgendwann noch auf andere gefährliche Ideen“, befürchtet Marcus Hantelmann.

Abgesehen von den Mountainbike-Fahrern werden durch diese Nägel andere Naturfreunde und die Tiere gefährdet, da diese Wege neben den Waldtieren auch gerne von Joggern, Walkern und Wanderern, auch mit Hunden, genutzt werden.

Die Mountainbiker bitten alle, mit offenen Augen durch den Wald zu gehen und der Polizei verdächtige Beobachtungen zu melden, um dem Täter das Handwerk zu legen.

Hinweise an die Polizeiinspektion in Gerolzhofen, Tel. (0 93 82) 94 00.

Mittwoch, 07 Juli 2010 14:44

Der Landesfeuerwehrarzt informiert ... zum Thema: Hitze

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Glaubt man der Presse und den Wetterberichten, steht uns ein extrem heißes, wenn nicht sogar das heißeste Wochenende des Jahres bevor und es seien sogar Temperaturen bis 38 °C denkbar. Im Rahmen unserer ärztlichen Fürsorgepflicht nehmen wir hierzu Stellung. Bei solchen Temperaturen kann es gerade bei größerer (größter) körperlicher Anstrengung zu vitalen Bedrohungen kommen.

Neben der Ozonbelastung, der direkten Sonnenbestrahlung (Insolation) des Kopfes mit einer Reizung der Hirnhäute und Erhöhung des Hirndruckes (Sonnenstich), kann es durch starkes Schwitzen zu einer gefährlichen Dehydratation (Entwässerung, Hitzeerschöpfung), zu Elektrolytstörungen, zu einer Kreislaufdysregulation (Hitzekollaps) und einem Versagen der Temperaturregulation (Hitzschlag) mit einer konsekutiven neurologischen Symptomatik (Krampfanfälle, Bewusstseinsveränderungen) kommen. Die Spannbreite der denkbaren Komplikationen reicht vom Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Veränderungen des Bewusstseins über Krampfanfälle, kollaptische Zustände bis zu einem Kreislaufstillstand. Diese Problematik wird gerade unter Einsatzbedingungen, auch durch die schwere Einsatzausstattung und Schutzbekleidung, noch verstärkt, v.a. bei Tätigkeiten mit einem PA oder gar in einem CSA.

 

Führungskräfte sollten daher folgende Punkte beachten:

  • Einsatzzeiten sind grundsätzlich kurz zu halten!
  • Körperliche Belastungen sollten reduziert werden!
  • Aufschiebbare Tätigkeiten sollten auf kühlere Tageszeiten verlegt werden!
  • Schaffen von schattigen und kühlen Ruheplätzen und Kräftesammelstellen!
  • Großzügige Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach dem Einsatz!
  • Die tägliche Trinkmenge sollte bei gesunden Einsatzkräften mindestens 3 Liter betragen!
  • Die Trinkmengen sollten in kleinen Portionen, aber dafür kontinuierlich eingenommen werden!
  • Stellen Sie Obst zum Verzehr bereit!
  • Nach einem PA- oder CSA-Einsatz sollte die Trinkmenge um weitere 1,5 Liter aufgestockt werden!
  • Halten Sie Getränke im Einsatzfahrzeug vor!
  • Führen Sie ggf. kühlende Maßnahmen durch (Wasserführendes Löschfahrzeug/Sprühstrahl)!
  • Geben Sie bezüglich Einsatzschutzbekleidung rechtzeitig "Marscherleichterung"!
  • Der mehrmalige Einsatz als PA-Träger sollte vermieden werden!
  • An Ablösungen frühzeitig denken und nachalarmieren.
  • Achten Sie auf einen konsequenten UV-Schutz (Mütze, hoher Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille, …)!
  • Informieren Sie Ihre Einsatzkräfte über die zu erwartende Problematik!

 

Beim Erkennen der o.g. Problematik oder Symptomatik bei einer Einsatzkraft fordern Sie unverzüglich den Rettungsdienst mit Notarzt an, unter der Telefonnummer 112.

 

Für weitere Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

 

Klaus Friedrich
Medizinaloberrat
Landesfeuerwehrarzt

Dienstag, 06 Juli 2010 11:52

Kreisfeuerwehrtag 2010 in Wasserlosen

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WASSERLOSEN – „Ich werde noch zum Sowjetmarschall“, scherzte Landrat Harald Leitherer, ob eines weiteren hohen Ehrenzeichens an der Brust: Vom Deutschen Feuerwehrverband gab es den Verdienstorden, für langjährige herausragende Unterstützung der Ortsfeuerwehren auf Kreisebene: durch Schaffung von Atemschutzwerkstatt und Ausbildungszentrum in Niederwerrn ebenso wie die Bereitstellung von Fahrzeugen oder Brandübungs-Containern. Leitherer durfte sich über die höchste Auszeichnung freuen, die Deutschlands Floriansjünger an „Zivilisten“ verleihen. Ebenfalls auf dem 43. Kreisfeuerwehrtag in Wasserlosen ausgezeichnet wurde Mitstreiter Georg Vollmuth – dieser erhielt als Kreisbrandrat das Verdienstkreuz des DFV in Silber, nicht zuletzt für seine hervorragende Jugendarbeit.

Heiße Temperaturen herrschten auf dem sonntäglichen Treffen, unter dem politischen Schirm von Bürgermeister Günther Jakob und dem Landrat. Hitzig ging es auch nach einem ironisch-süffisanten Vortrag von Kreisbrandinspektor Gottfried Schemm (Gerolzhofen) zu: Einsparbestrebungen, wie sie bei vielen Gemeinderäten vorherrschen würden, könnten dazu führen, dass es künftig etwa nur noch drei Feuerwehrstützpunkte in einem Landkreis gebe. Die Frist von 13 bis 17 Minuten, um einen Menschen aus einem brennenden Gebäude zu retten, könnte dann nicht mehr eingehalten werden. Reine Berufsfeuerwehren kämen auch finanziell teurer, wären technisch aufwendiger, so Schemm im überspitzten Beitrag, mit Blick auf Planspiele in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Darstellung werde der Realität nicht gerecht, konterte prompt Euerbachs Gemeindeoberhaupt Arthur Arnold: Die Bürgermeister setzten sich für die freiwilligen Wehren ein. Die Feuerwehrverbände müssten verstärkt mit den Gemeinderäten zusammenarbeiten, wenn es um Neuanschaffungen von Technik und Ausrüstung ginge, forderte Vizelandrat Paul Heuler, der ebenfalls das Mikrofon ergriff. „Ich habe mich vom Saulus zum Paulus bekehren lassen“, gestand diesbezüglich Harald Leitherer: Unterstützung von Feuerwehren sei trotz hoher Kosten eine Pflichtaufgabe der Politik, es gehe darum, Tote und Schwerverletzte zu verhindern.

Auch wenn Chemiefachberater Gisbert Wagner hernach symbolisch einen Geldschein anzündete, der sich als feuerfest erwies: Bei den Kreis-Feuerwehren werden (trotz derzeit hohem Nachrüstbedarf) sicher keine Unsummen an Euro verbrannt, der Feuerwehr-Ausbilder stellte außerdem spielerisch ein „Blaulicht“ im Glas her. Seinen Einstand gab Andreas Oesterreich als neuer Leiter der ständigen Wache Schweinfurt.

In den sonstigen Fachvorträgen ging es um den Jahresrückblick 2009, Alarmierungspläne in der Integrierten Rettungsleitstelle Schweinfurt, den Brand einer Kindertagesstätte 2006 in Landshut oder rechtliche Probleme bei Feuerwehr-Homepages. Am Nachmittag startete dann, bei glühender Hitze der Festumzug, im Rahmen der 125 Jahr-Feier der Feuerwehr Wasserlosen: kilometerlang von der Kirche zum Festplatz: Kommandant Josef Schießer begrüßte rund vierzig Vereinsabordnungen, von freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis und Region ebenso wie der Musikkapelle und sonstigen Ortsvereine: Die Patenfeuerwehren aus Wasserlos (Alzenau) und Bad Friedrichshall (Baden-Württemberg) durften beim Festbetrieb ebenfalls nicht fehlen.

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