Dienstag, 06 Juli 2010 11:52

Kreisfeuerwehrtag 2010 in Wasserlosen

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WASSERLOSEN – „Ich werde noch zum Sowjetmarschall“, scherzte Landrat Harald Leitherer, ob eines weiteren hohen Ehrenzeichens an der Brust: Vom Deutschen Feuerwehrverband gab es den Verdienstorden, für langjährige herausragende Unterstützung der Ortsfeuerwehren auf Kreisebene: durch Schaffung von Atemschutzwerkstatt und Ausbildungszentrum in Niederwerrn ebenso wie die Bereitstellung von Fahrzeugen oder Brandübungs-Containern. Leitherer durfte sich über die höchste Auszeichnung freuen, die Deutschlands Floriansjünger an „Zivilisten“ verleihen. Ebenfalls auf dem 43. Kreisfeuerwehrtag in Wasserlosen ausgezeichnet wurde Mitstreiter Georg Vollmuth – dieser erhielt als Kreisbrandrat das Verdienstkreuz des DFV in Silber, nicht zuletzt für seine hervorragende Jugendarbeit.

Heiße Temperaturen herrschten auf dem sonntäglichen Treffen, unter dem politischen Schirm von Bürgermeister Günther Jakob und dem Landrat. Hitzig ging es auch nach einem ironisch-süffisanten Vortrag von Kreisbrandinspektor Gottfried Schemm (Gerolzhofen) zu: Einsparbestrebungen, wie sie bei vielen Gemeinderäten vorherrschen würden, könnten dazu führen, dass es künftig etwa nur noch drei Feuerwehrstützpunkte in einem Landkreis gebe. Die Frist von 13 bis 17 Minuten, um einen Menschen aus einem brennenden Gebäude zu retten, könnte dann nicht mehr eingehalten werden. Reine Berufsfeuerwehren kämen auch finanziell teurer, wären technisch aufwendiger, so Schemm im überspitzten Beitrag, mit Blick auf Planspiele in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Darstellung werde der Realität nicht gerecht, konterte prompt Euerbachs Gemeindeoberhaupt Arthur Arnold: Die Bürgermeister setzten sich für die freiwilligen Wehren ein. Die Feuerwehrverbände müssten verstärkt mit den Gemeinderäten zusammenarbeiten, wenn es um Neuanschaffungen von Technik und Ausrüstung ginge, forderte Vizelandrat Paul Heuler, der ebenfalls das Mikrofon ergriff. „Ich habe mich vom Saulus zum Paulus bekehren lassen“, gestand diesbezüglich Harald Leitherer: Unterstützung von Feuerwehren sei trotz hoher Kosten eine Pflichtaufgabe der Politik, es gehe darum, Tote und Schwerverletzte zu verhindern.

Auch wenn Chemiefachberater Gisbert Wagner hernach symbolisch einen Geldschein anzündete, der sich als feuerfest erwies: Bei den Kreis-Feuerwehren werden (trotz derzeit hohem Nachrüstbedarf) sicher keine Unsummen an Euro verbrannt, der Feuerwehr-Ausbilder stellte außerdem spielerisch ein „Blaulicht“ im Glas her. Seinen Einstand gab Andreas Oesterreich als neuer Leiter der ständigen Wache Schweinfurt.

In den sonstigen Fachvorträgen ging es um den Jahresrückblick 2009, Alarmierungspläne in der Integrierten Rettungsleitstelle Schweinfurt, den Brand einer Kindertagesstätte 2006 in Landshut oder rechtliche Probleme bei Feuerwehr-Homepages. Am Nachmittag startete dann, bei glühender Hitze der Festumzug, im Rahmen der 125 Jahr-Feier der Feuerwehr Wasserlosen: kilometerlang von der Kirche zum Festplatz: Kommandant Josef Schießer begrüßte rund vierzig Vereinsabordnungen, von freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis und Region ebenso wie der Musikkapelle und sonstigen Ortsvereine: Die Patenfeuerwehren aus Wasserlos (Alzenau) und Bad Friedrichshall (Baden-Württemberg) durften beim Festbetrieb ebenfalls nicht fehlen.

Aus gegebenem Anlass möchten wir darauf hinweisen, dass bei der Verwendung des Feuerwehr-Signets "Retten – Löschen – Bergen – Schützen" (siehe rechts) auf Feuerwehr-Webseiten einige Regeln zu beachten sind:

  • Die Nutzung wird nur geduldet, wenn das Signet mit einem Link zu http://www.feuerwehrversand.de/ verbunden wird – so wie es auf unserer Webseite oben links der Fall ist.
  • Die Nutzung darf nicht gewerblich sein. Hierfür ist in jedem Fall ein individueller Lizenzvertrag mit dem Versandhaus des Deutschen Feuerwehrverbandes notwendig.
  • Das Signet darf nur in der Originalform abgebildet werden. Abweichungen in Form oder Farbe, sowie das Hinzufügen von Kränzen, Flammen, Wappen usw. sind nicht erlaubt.
  • Das Signet darf nicht in seine einzelnen Teile zerlegt werden. Die Einzelabbildung eines der vier Elemente ist nicht erlaubt.
  • Die vier Elemente des Signets dürfen nicht mit unterschiedlichen Farben hinterlegt werden.

Das Versandhaus des Deutschen Feuerwehrverbandes macht darauf aufmerksam, dass die unerlaubte Verwendung des Signets eine Verletzung des Marken- und Urheberrechts darstellt und in jedem Fall rechtliche Konsequenzen und Schadensersatzforderungen nach sich zieht.

Die gleichen Regeln gelten auch für die Verwendung des Emblems der Deutschen Jugendfeuerwehr.

Sonntag, 20 Juni 2010 14:36

Funkübung der Katastrophenschutzbehörde des Landkreises

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KREIS SCHWEINFURT (hof) Rund 100 Helferinnen und Helfer von THW, Wasserwacht, DLRG, Rotem Kreuz und acht Feuerwehren mit insgesamt 24 Fahrzeugen beteiligten sich an der Funkübung der Katastrophenschutzbehörde des Landkreises.

Für die Katastrophenschutzeinheiten war am Sonntagmorgen um 08:30 Uhr der Parkplatz des Hallenschwimmbades Werneck der Treffpunkt. Hier bekam jede Fahrzeugbesatzung die Einsatzunterlagen ausgehändigt. Eine halbe Stunde später wurden dann die Helfer nach und nach zum angenommenen Einsatzort abgerufen. Am Gelände rund um den Bahnhof Waigolshausen wurden die mobilen Funkzentralen aufgebaut und die Einsatzfahrzeuge platziert.

Angenommen war ein Zusammenstoß von einem Personenzug mit einem Güterzug. Dabei stürzten einige Waggons in den Main. Gleichzeitig fing ein Teil Feuer und Gefahrgut trat aus. Gerechnet werden musste mit 130 bis 150 verletzten Personen sowie mit einer giftigen Wolke. Um dieses Szenario zu bewältigen, mussten auch Hilfsorganisationen aus angrenzenden Landkreisen angefordert werden. Doch dies lief alles fiktiv.

"Ziel war, dass die praktische Arbeit mit der funktechnischen Ausstattung an den Fahrzeugen und die Betriebsabwicklung im BOS-Funkbereich geübt und vorhandenes Wissen gefestigt wurde", so Roland Rost, der zuständige Sachbearbeiter für den Katastrophenschutz am Landratsamt. Des Weiteren sollte die funktechnische Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen untereinander trainiert werden, um bei Großschadenslagen eine bestmögliche Kommunikation der einzelnen Helfer untereinander zu gewährleisten.

Gefordert waren bei der Kommunikation vor allem die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UGÖEL) sowie die Unterstützungsgruppe der Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL) des Landkreises Schweinfurt. Beide hatten ihre mobilen Einsatzzentralen in Betrieb und waren in ihren Funktionen als Unterstützungsgruppen aktiv in den Übungsverlauf eingebunden. Dabei stand nicht das taktische Handeln im Vordergrund. Vielmehr sollten die einzelnen Helfer Zeit haben, ihr Wissen, das sie in den Funkausbildungen erlangt hatten, in die Praxis umzusetzen. Alle Annahmen waren fiktiv und beruhten ausschließlich auf den Ideen der Teilnehmer.

Bei der Abschlussbesprechung nach rund zwei Stunden lobte Kreisbrandinspektor Peter Hauke die hervorragende Vorbereitung der Übung durch Rost. Wichtig beim Ablauf seien Funkdisziplin und die Aufstellung der Fahrzeuge am Bereitstellungsplatz. Bedingt durch Nachalarmierungen dauere es bei Großeinsätzen eine gewisse Zeit, bis die Strukturen stehen.

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