KFV Topnews (112)
Feuerwehren im Landkreis Schweinfurt geben Tipps für ein sicheres Silvesterfeuerwerk

Die Silvesternacht ist erfahrungsgemäß eine ereignisreiche Nacht für die bayerischen Feuerwehren. Meist ist es der unachtsame Umgang und die mangelnde Sorgfalt mit Feuerwerkskörpern die folgenreiche Brände und Verletzungen verursachen. Es ist für die Betroffenen ein schlechter Jahresanfang, wenn sich in das Läuten der Neujahrsglocken, der schrille Ton der Feuerwehrsirenen und die durchdringenden Signale des Martinshorns der Feuerwehr mischen.
Die Leichtfertigkeit beginnt aber schon damit, dass manche Feuerwerkskörper verbotenerweise in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen oder nicht zugelassene, z.T. illegale oder selbsthergestellte Feuerwerkskörper verwendet werden.
Alljährlich zum Jahreswechsel ereignen sich dadurch zahlreiche Unfälle mit Feuerwerkskörpern, die nicht nur große Brandschäden hervorrufen, sondern auch zu schweren Verletzungen von Menschen führen. Vor allem Verletzungen, wie Fingerabrisse, Gehörschäden und Verbrennungen treten durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern auf.
Die bayerischen Feuerwehren geben Tipps für ein sicheres Silvesterfeuerwerk:
1. Nur zugelassene Feuerwerkskörper verwenden!
- Achten Sie auf die gültige Zulassung der Bundesanstalt für Materialforschung und Materialprüfung BAM oder der anderen 17 „Benannten Stellen“. Die BAM trägt die Nummer 0589 und beispielsweise der TÜV Ungarn als eine der „Benannten Stellen“ die 1008.
- Geprüfte Produkte enthalten die Kennzeichnung BAM-F1 bzw. BAM-PI (alte Kennzeichnung noch gültig bis 2017) oder BAM-F2 bzw. BAM-PII (alte Kennzeichnung noch gültig bis 2017) mit jeweils anschließender vierstelliger Registriernummer.
- Alle in Deutschland zugelassenen Feuerwerksartikel tragen diese europaweit gültige vierstellige Registriernummer. Zusammen mit der CE-Kennzeichnung und der deutschen Gebrauchsanleitung sind sie ein guter Indikator für ein sicheres und geprüftes Produkt.
- Der Kauf von nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern stellt ein hohes Risiko dar, da diese nicht getestet wurden. Illegale Produkte enthalten oftmals nicht nur Schwarzpulver, sondern sind auch mit einem viel stärkeren Blitzknallsatz gefüllt.
- Stellen Sie auf keinen Fall Feuerwerkskörper selbst her. Feuerwerkskörper und Raketen sind „Sprengstoff“, die beim unsachgemäßen Umgang zu schwersten Verletzungen führen können.
2. Kinder und Jugendliche auf keinen Fall mit Feuerwerkskörpern der Kennzeichnung BAM-F1/BAM-PI alleine hantieren lassen!
- Wir empfehlen, Kinder über Gefahren, die von Feuerwerkskörpern ausgehen können, zu informieren und sie besonders zu beaufsichtigen.
- Das so genannteJugendfeuerwerk mit der Kennzeichnung BAM-F1/BAM-PI dürfen Jugendliche ab 12 Jahren erwerben.
- Feuerwerkskörper mit der Kennzeichnung BAM-F2/BAM-PII dürfen ausschließlich an Personen über 18 Jahre verkauft werden. Lassen Sie Kinder und Jugendliche niemals alleine Feuerwerkskörper der Kennzeichnung BAM-PIIanzünden.
3. Zünden Sie Feuerwerkskörper nur auf freien Flächen und mit einer stabilen Haltevorrichtung.
- Zünden Sie Feuerwerkartikel nur unter freiem Himmel. Mit wenigen Ausnahmen ist eine Verwendung von Feuerwerk in geschlossenen Räumen verboten.
- Achten Sie beim Zünden von Raketen darauf, dass Bäume, Oberleitungen, Tankstellen, Dachvorsprünge oder leicht entzündliche Gegenstände nicht in der Nähe sind und zielen Sie nicht auf Balkone und Terrassen.
- Richten Sie die Haltevorrichtung so aus, dass sie sicher steht und die Flugbahn nicht in die Nähe von Gebäuden oder Personen führt
- Wenn Sie Flaschen für den Abschuss von Raketen verwenden, graben Sie die Flaschen entweder in die Erde ein oder stellen Sie sie direkt in einen stabilen Getränkekasten. Wenn Sie die Flasche ungesichert auf den Boden stellen, ist es leicht möglich, dass die Flasche umfällt und die Rakete umstehende Menschen verletzt oder Gebäude beschädigt.
- Nehmen Sie die Feuerwerkskörper beim Anzünden niemals in die Hand, außer es handelt sich um Produkte, die dafür vorgesehen sind (Gebrauchsanweisung immer dazu lesen!)
4. Gehen Sie sorgsam mit dem Feuerwerkskörpern um.
- Nehmen Sie nach dem Anzünden einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein.
- Werfen Sie Feuerwerkskörper und Raketen nicht blindlings weg und zielen Sie niemals auf Menschen.
- Tragen Sie Feuerwerkskörper niemals in Hosen- oder Jackentaschen. Verletzungen im Genitalbereich sind neben Verletzungen der Hände eine häufige Folge des falschen Umgangs mit den explosiven Knallkörpern.
- Bewahren Sie Feuerwerkskörper so auf, dass keine Selbstentzündung möglich ist.
- Zünden Sie nicht gezündete Feuerwerkskörper (Blindgänger) niemals noch einmal an. Machen Sie diese „Blindgänger“ nach ein paar Minuten Wartezeit mit Wasser unschädlich.
- Weisen Sie alkoholisierte Personen auf die Gefahren hin oder halten Sie sie davon ab, Feuerwerkskörper in gefährlicher Nähe zu brennbaren Stoffen bzw. Gebäuden zu zünden.
- Nehmen Sie bitte Rücksicht auf Tiere, die sehr unter dem lauten Knall explodierender Feuerwerkskörper leiden.
6. Weitere Ratschläge und Verhaltenshinweise
- Beachten Sie unbedingt die Gebrauchshinweise der Hersteller und lesen Sie die Gebrauchsanweisung.
- Schützen Sie Ihre Wohnung in der Silvesternacht vor Brandgefahren. Entfernen Sie Möbel, Hausrat und andere brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
- Beachten Sie ein eventuelles Feuerwerksverbot, u.a. in Altstadtbereichen, in der Nähe historischer Gebäude, Krankenhäuser, Kirchen oder Alten- und Kinderheimen.
Bei einem Brand oder Unfallbewahren Sie bitte Ruhe und rufen sie sofort Hilfe über die gebührenfreie und aus allen Fest- oder Handynetzen zu erreichende Notrufnummer 112. Über den Notruf wird ihre nächst gelegene Feuerwehr verständigt.
Die Feuerwehren Landkreis Schweinfurt wünschen allen Bürgern eine schöne Silvesternacht und einen guten und sicheren Rutsch ins Neue Jahr 2015.
Bildquellenangabe: Tim Reckmann / pixelio.de
Sennfeld– Ein vermuteter Buttersäure Anschlag ruft ein Großaufgebot an Rettungskräften am 24.12.2014 um ca. 4:00 Uhr nach Sennfeld in eine Diskothek auf den Plan. Gegen ca. 4:00 Uhr erhielt die Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt die Meldung über den Buttersäure Anschlag durch die Polizei. Daraufhin alarmierte die ILS Schweinfurt die Feuerwehren Sennfeld, Gochsheim, Grafenrheinfeld sowie die Feuerwehrführungskräfte des Landkreises Schweinfurt. Von Seiten des Rettungsdienstes wurden mehrere Rettungswagen, ein Notarzt und der Einsatzleiter Rettungsdienst entsendet.
Nachdem erst der Verdacht auf einen Buttersäure Anschlag im Raum stand, mussten die ca. 300 Partygäste die Diskothek verlassen. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass irgendeine andere unbekannte stark stinkende Substanz der Auslöser für den Großeinsatz war.
Die Feuerwehr musste jedoch die Räume der Diskothek mit Hochdrucklüftern belüften. Drei Partygäste mussten vorsichtshalber durch den Rettungsdienst medizinisch versorgt werden. Es ist aber derzeit unklar ob die unklare Substanz für das Unwohlsein der drei Partygäste verantwortlich ist, oder dies auf den Alkoholgenuss zurück zu führen wäre.
Nachdem die Gäste anschließend ihre Kleidung geholt hatten, wurde das Tanzlokal wegen der nahenden Sperrzeit von 05.00 Uhr geschlossen. Wer in der Diskothek möglicherweise eine Stinkbombe geworfen hat oder auf andere Weise für den Gestank verantwortlich ist, steht noch nicht fest.
Freiwillige Feuerwehren im Landkreis Schweinfurt sind immer einsatzbereit
geschrieben von m.k.
Rund 780 Einsätze zählt der Kreisfeuerwehrverband in diesem Jahr
Landkreis Schweinfurt. Sie kennen keinen Feierabend und keine Feiertage. Wenn ihre Hilfe gebraucht wird, sind sie da: „Auch in diesen Tagen sind die Frauen und Männer unserer Feuerwehren im Landkreis Schweinfurt immer einsatzbereit“, sagt Kreisbrandrat Holger Strunk. Im Landkreis Schweinfurt stehen über 4800 aktive Feuerwehrdienstleistende für die Sicherheit der rund 113.000 Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung.
Sie erledigen ihre Aufgaben ehrenamtlich, neben der Familie, ihrem Beruf und den Hobbys. Sie stehen an 365 Tagen und 8.760 Stunden im Jahr zur Hilfe bereit. „So wie auch bei den letzten großen Einsätzen in Stadtlauringen und Wipfeld, bei denen 80 bis 150 Feuerwehrfrauen und -männer einen Wohnhausbrand löschten und Bewohner retten konnten bzw. die Beteiligten eines Autounfalls mit mehreren beteiligten Fahrzeugen aus den Autowracks retten konnten“, berichtet Holger Strunk.
Rund 780 Einsätze zählte der Kreisfeuerwehrverband Schweinfurt in diesem Jahr. „Immer einsatzbereit. Das klingt so normal und selbstverständlich. Aber das ist es nicht. Die Arbeit, die unsere ehrenamtlichen Feuerwehrler leisten, verdient höchste Anerkennung und höchsten Respekt“, sagt Landrat Florian Töpper.
Bayernweit engagieren sich in den rund 7.700 Freiwilligen Feuerwehren über 320.000 ehrenamtliche Frauen und Männer und über 50.000 Mädchen und Jungen in den Jugendfeuerwehren. Dazu kommen noch die über 2.700 hauptamtlichen Feuerwehrdienstleistenden in den sieben Berufsfeuerwehren in ganz Bayern.
Eine Alarmierung für einen Einsatz macht keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht und zwischen einer Großstadt mit einer Berufsfeuerwehr oder einem kleinen Dorf mit wenigen ehrenamtlichen Feuerwehrkräften. Laut Landesfeuerwehrverband bewältigen jeden Tag, und hier liegt die Betonung auf täglich, die bayerischen Feuerwehren über 800 Einsätze – von Hof bis Lindau, von Aschaffenburg bis Berchtesgaden.
Im Jahr 2013 wurden bayernweit rund 2.300 Menschen bei Bränden und weitere 10.800 Personen allein bei Verkehrsunfällen auf bayerischen Straßen geborgen. Bei den über 16.300 First Responder-Einsätzen wurden über 7.800 Personen durch die Feuerwehr gerettet. Das sind 20.900 Menschen, die ohne den Einsatz der mehrheitlich Freiwilligen Feuerwehren vielleicht nicht mehr leben würden.
Die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Schweinfurt suchen immer neue Ehrenamtliche, die sich vorstellen können, einen Dienst für die Allgemeinheit zu leisten. „Jeder kann nach seinen persönlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen Aufgaben in einer Freiwilligen Feuerwehr übernehmen“, erklärt Kreisbrandrat Holger Strunk.
Interessierte können sich gerne an die jeweiligen Feuerwehren vor Ort wenden. Einen Überblick aller Feuerwehren im Landkreis gibt es im Internet auf der Seite des Kreisfeuerwehrverbands unter www.kfv-schweinfurt.de
