Person mit der Hand eingeklemmt
Brand LKW ausserhalb von Ortschaften / BAB / Person in Gefahr
Technische Hilfe
|
eingesetzte Kräfte
|
Einsatzbericht
Quelle: www.mainpost.de, 20.10.2005
Nichts als gelber Rauch
Schweinfurt (WAL) Große Aufregung am Donnerstagmittag: Aus einem Schornstein auf dem Gelände von Werk Nord der Firma ZF Sachs tritt gegen 12.50 Uhr eine gelbe Rauchwolke aus. In der Galvanik-Abteilung hat es einen Unfall gegeben nach ersten Erkenntnissen ohne menschliches Zutun. Im Keller waren laut Polizeibericht Säuren ausgelaufen, Stickoxide wurden in die Luft abgegeben. Diese hätten eine chemische Reaktion ausgelöst, so Walter Erke von der Pressestelle.
Da zunächst niemand weiß, wie gefährlich das austretende Gas ist, werden vorsichtshalber rund 90 Mitarbeiter von ZF Sachs aus dem Gebäude evakuiert. Innerhalb kurzer Zeit sperren Wasserschutzpolizei und Polizeiinspektion Schweinfurt-Stadt die Ernst-Sachs-Straße für den gesamten Verkehr.
Zwei Katastrophenschutz-Fahrzeuge der Feuerwehr messen erst im direkten Umfeld des Schornsteins, dann im Umkreis bis 500 Meter die Luft. Problematisch: Zunächst weht der Wind Richtung Oberndorf, dreht dann aber in die Gegenrichtung, bis der Wind stillsteht, erläutert der Einsatzleiter der Wasserschutzpolizei, Roland Merz.
Daher wird der Bereich Hahnenhügel-Brücke, Kennedy-Ring, Bergl, Oberndorf als Gefahrenzone benannt. Mittels Rundfunk und umherfahrenden Lautsprecherwagen rufen Feuerwehr und Polizei die Bevölkerung auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Warnung wird rund eine Stunde, bis kurz nach 14 Uhr, aufrecht gehalten.
Auch die Straßensperrung wird nach einer Stunde wieder aufgelöst. Dann liegen erste Ergebnisse der Messwagen vor. Es wurden keine Gefahrenstoffe in der Luft gemessen, für die Bevölkerung geht keine Gefahr aus. Gefahr für die Gesundheit bestand bei dem Unfall nie, sagt Erke: "Aber wir verängstigen lieber anfangs etwas mehr", sagt er zum Vorgehen bei ZF Sachs. Rund eineinhalb Stunden nach dem Zwischenfall kommt kein Rauch mehr aus dem stillgelegten Schornstein.
Insgesamt waren 45 Männer der Werksfeuerwehr von Sachs im Einsatz, sechs der Feuerwehr Werneck, die den Katastrophenschutzwagen betreuten, und zehn Personen der städtischen Feuerwehr. Der Einsatz auf dem Gelände dauerte rund zwei Stunden. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle innerhalb des Werkes und neutralisierte die chemische Reaktion erfolgreich.
Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand, das letzte Mal kam ein solcher Unfall vor etwa vier Jahren vor, sagt Erke. Die Wasserschutzpolizei übernimmt die Ermittlungen, die Anlage bleibt bis zur Klärung des Unfalls stillgelegt.
