Ausleuchten einer Unfallstelle zwischen Gochsheim und Schwebheim

Brand LKW ausserhalb von Ortschaften / BAB / Person in Gefahr
Technische Hilfe
Einsatzort Details

Gochsheim
Datum 06.09.2005
Alarmierungszeit 02:56 Uhr
Alarmierungsart ILS Schweinfurt
eingesetzte Kräfte

FF Gochsheim

Einsatzbericht




Sattelzug fährt auf Polo auf: LKW und PKW ausgebrannt

Werneck - Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Rhönautobahn A7 Fulda-Würzburg sind am Donnerstagnachmittag ein Autofahrer lebensgefährlich und fünf weitere Personen leicht verletzt worden. Insgesamt waren ein Sattelzug, drei Pkw und ein Wohnmobil beteiligt. Ein spanischer Lkw-Fahrer hatte das Ende eines Staus übersehen und dadurch die folgenschwere Kollision ausgelöst.

Wegen eines kleineren Unfalls war es im Bereich des Autobahndreiecks Werneck zu einem Rückstau gekommen, dessen Ende der Fahrer des spanischen Sattelzugs offenbar übersah. Das schwere unbeladene Fahrzeug erfasste gegen 12.25 Uhr zunächst einen Polo und dann einen Wohnwagen, der dabei umstürzte. Im Anschluss wurden noch zwei weitere Autos in den Unfall verwickelt.

Der Polo und der Sattelzug, der nach etwa 100 Metern zum Stehen kam, fingen Feuer. Das Auto, das Führerhaus des Sattelzuges und ein Teil des Aufliegers brannten völlig aus. Während der Unfallverursacher mit leichteren Verletzungen und einem Schock davonkam, wurde der Polofahrer schwer, aber nicht lebensgefährlich, verletzt. Er wurde per Hubschrauber (Christoph 18) in eine Würzburger Klinik eingeliefert. Die Insassen der anderen Pkw und des Wohnmobils wurden leicht verletzt. Zwei Autoinsassen und zwei Personen aus dem Wohnmobil kamen mit dem Schrecken davon.
Der Gesamtschaden dürfte sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf mindestens 200.000 Euro belaufen. Die an dem Unfall beteiligten Fahrzeuge haben bis auf einen Pkw nur noch Schrottwert. Die Bergung des Sattelzuges dauerte bis in den späten Nachmittag. Der Verkehr wurde zunächst an der Anschlussstelle Schweinfurt/Niederwerrn und später am Autobahndreieck Werneck umgeleitet. Zwischenzeitlich hatte sich ein mehrere Kilometer langer Stau gebildet. An der Unfallstelle waren die Feuerwehren Werneck, Niederwerrn, Wülfershausen und Poppenhausen im Einsatz. Die Polizei lobte besonders den Einsatz einer Gruppe von Bundeswehrsoldaten, die bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bei den Verletzten vorbildlich Erste Hilfe geleistet hatten.

Persönliche Anmerkung des KFV-Berichterstatters:
Bei diesem schweren Unfall wurde erneut deutlich, welch unabsehbares Risiko Insassen eines Wohnmobils eingehen, die sich – entgegen eindeutiger Vorschriften der StVO – während der Fahrt im Wohnbereich des Fahrzeugs aufhalten. Wäre beim aktuellen Unfall in dem beteiligten Wohnmobil jemand in diesem Bereich des Fahrzeugs mitgefahren, hätte er wohl schwerste, wenn nicht tödliche Verletzungen erlitten. Die Einsatzbilder, auf denen der völlig zerstörte Aufbau des Wohnmobils zu sehen ist, verdeutlichen diese Aussage! Gleiches gilt für das Mitfahren in angehängten Wohnwägen. Die Leichtbauweise dieser Fahrzeuge ist in keiner Weise dafür ausgelegt, erhöhten Aufprallenergien standzuhalten.
Zusammen mit der Polizei rät die Feuerwehr in diesem Zusammenhang dringend dazu, derartige Risiken zu vermeiden und bei allen Fahrzeugen nur die ausdrücklich für die Fahrt zugelassenen Sitze zu benutzen, für die auch entsprechende Anschnallmöglichkeiten bauartbedingt vorhanden sind. Das gilt auch für vermeintlich weniger gefährliche Kurzstrecken im Ortsbereich. Alles andere ist ein unkalkulierbares und leichtsinniges Risiko!

Im Einsatz waren:
KBI Peter Hauke (Land 2), KBM Manfred Korb (Land 2/2)
Feuerwehr Niederwerrn mit 40/1, 59/1
Feuerwehr Poppenhausen mit 21/1, 42/1
Feuerwehr Werneck mit 11/1, 21/1, 61/1, 97/1
Feuerwehr Wülfershausen mit 23/1

Bericht: Schweinfurter Tagblatt v. 25.8.2005, Michael Mößlein
Bilder: KBI Peter Hauke und Michael Mößlein, Journalistischer Berater KFV Schweinfurt



Nachtrag aus der Mainpost vom 26.08.05
Neue Erkenntnisse: Unfallverursacher holte Schwerverletzten aus brennendem Pkw

Werneck, Lkr. Schweinfurt - Dass der schwere Verkehrsunfall auf der Rhönautobahn Fulda-Würzburg am Donnerstagnachmittag nicht noch schlimmer ausgegangen ist, grenzt fast an ein Wunder.

Dies ist die übereinstimmende Meinung von Polizei und Rettungskräften, denen sich bei ihrem stundenlangen Einsatz an der Unfallstelle ein schreckliches Bild geboten hat. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der spanische Lkw-Fahrer, der den Unfall verursacht hatte, geistesgegenwärtig reagiert hat und einen Autofahrer aus dessen Pkw herausgeholt hat, der gerade zu brennen anfing. Von den sechs Verletzten befinden sich drei noch in Krankenhäusern.